Erwachsenem Hund Beißen abgewöhnen

Schnappen, Zwicken und Beißen gehört nicht unbedingt zu den Verhaltensweisen, die ein erwachsener Hund seinem Menschen (oder anderen Menschen) gegenüber aufzeigen sollte. Natürlich ist es immer besser Fehlverhalten bereits im Welpenalter aus der Welt zu schaffen. Folgender Beitrag geht darauf ein, warum erwachsene Hunde beißen und wie Sie einem erwachsenem Hund das Beißen abgewöhnen können.

Empfehlung für tadelloses Hundeverhalten: eine praxisnahe Anleitung zur optimalen Hundeerziehung bietet Ihnen Conny’s Online Hundeschule“. Hier steht eine harmonische Mensch-Hund Beziehung im Vordergrund.

Gründe warum Hunde beißen

Ihr Hund hat zugebissen oder schnappt plötzlich nach Ihnen? Dann finden Sie durch diesen Artikel heraus woran das liegen kann und wie man das vermeiden könnte. Es gibt aber nicht die eine Ideallösung für alle beißenden Hunde – jeder Vierbeiner ist anders.

Allgemein beißt ein Hund nicht einfach ohne Grund – meistens ist er davor schon gereizt, nur wir merken es nicht immer. Folgende Punkte könnten ein aggressives Verhalten verursachen und bestärken:

  1. Stress

Wenn der Hund bereits gestresst ist, könnten ihn schon Kleinigkeiten sehr belasten. Das könnte dazu führen, dass er eher zubeißt. Stress könnte davon kommen, dass er unter einer Belastung leidet zum Beispiel, wenn er sich nicht entscheiden kann wie er ein Problem löst. Kommt jetzt eine kleine Bedrohung, reagiert er schnell aggressiv.

  1. Schmerzen

Ein weiterer erheblicher Stressfaktor sind Schmerzen. Wenn der Hund Schmerzen erleidet befindet er sich ständig in einem Stresszustand. Falls Ihr Hund aggressiver wirkt, könnte es sich um eine Erkrankung handeln und ein Besuch beim Tierarzt wäre hier ratsam.

  1. Konkurrenz

Bei der Anwesenheit von anderen Hunden reagieren einige Vierbeiner auch etwas gereizter, da sie ihr Revier und ihren Halter verteidigen wollen. Dieses Verhalten ist sowohl im Welpenalter als auch bei ausgewachsenen Hunden zu beobachten; reines Instinktverhalten also.

  1. Frust

Wenn dem Hund sein Futter weggenommen wird, oder er nicht mit dem Hund von gegenüber spielen darf, dann ist das zum Teil sehr frustrierend für ihn. Dies könnte auch zu einem aggressiveren Verhalten führen. Verwandter Beitrag: Mein Labrador beißt – was kann ich tun?

Aggressionen und Beißabsichten frühzeitig erkennen

Um das Beißen früh genug zu verhindern muss man darauf achten wie der Hund sich mitteilt. Er beißt normalerweise nicht ohne Grund und ohne Vorwarnung. Menschen bemerken aber erst beim Knurren, dass etwas nicht richtig läuft – da ist es aber meistens schon zu spät. Durch Kennen und Deuten von Stresssymptomen, könnte aggressives Verhalten abgeschwächt werden und ein Biss vermieden werden.

Stresssymptome beim Hund:

  • Erweiterte Pupillen

  • Angespannte Muskulatur

  • Angespannte Zunge

  • Flache und schnelle Atmung

  • Aufgerichtete Rückenhaare

  • Verstärkter oder veränderter Speichelfluss

  • Erstarren

  • Harter/Starrer Blick – weit aufgerissene Augen, auf einen Punkt fixiert

  • Gerade Wirbelsäule

  • Fluchtverhalten

  • Schneller Herzschlag

Meistens kündigt sich so ein Verhalten schon zum Beispiel durch die Stresssymptome an. Wenn diese Symptome wahrgenommen werden, sollten Sie darauf achten, dass ihr Hund nicht mehr gestresst ist und nicht zubeißt. Erfahren Sie hier wertvolle Labrador Trainingstipps…

Falls Sie sich nicht sicher sind, was Sie bei solchen Situationen tun sollten, oder die Stresssymptome nicht erkennen, können Sie sich an einen Experten für Hundeverhalten wenden. Wichtig ist es seinen Hund zu verstehen, so kann man aggressives Verhalten vorbeugen.

Hund beißt Mensch

Ein erwachsener Hund, der schnappt, zwickt oder sogar schon zugebissen hat, stellt ein großes Risiko dar.

Wenn Sie einen aggressiven Hund haben, der eventuell schon zugebissen hat, sollten Sie in der Öffentlichkeit zu einem Maulkorb greifen und den Vierbeiner zum Beispiel mit einem robusten Hundehalsband aus Leder immer angeleint lassen.

Nach einem Biss sollten Sie sich von einem professionellen Hundetrainer beraten lassen. Beim weiteren Training ist es wichtig zu lernen, wie man aggressives Verhalten nicht eskalieren lässt und wie der Hund sich sicher fühlen kann.

Falls Ihr Hund einen Menschen gebissen hat und er danach zum Arzt musste, wird der Biss gemeldet. Je nach Sachlage könnte dann ein Wesenstest für den Vierbeiner anstehen.

Hund knurrt

Ein Hund fängt meistens an zu knurren, wenn er sich bedroht fühlt. So zeigt er ein Warnsignal, deswegen sollte man ihn nicht schimpfen oder bestrafen. Denn das könnte zu viel Stress führen und er könnte nächstes Mal einfach nicht mehr knurren, sondern gleich zubeißen. Das sollte man vermeiden. Am einfachsten ist es mit dem knurrenden Hund einfach wegzugehen und Abstand zu gewinnen.

Hund schnappt plötzlich

Wenn der Hund plötzlich zuschnappt, sollten Sie ruhig weggehen und ihn ignorieren. So könnte er lernen, dass das Verhalten nicht akzeptabel ist. Will der Hund durch das Schnappen auf seine Schmerzen aufmerksam machen, sollen Sie einen Tierarzt aufsuchen!

Artikeltipp: dem Labrador Kommandos beibringen…

Hund beißen abgewöhnen

Wichtig ist, dass Sie Stresssymptome erkennen und merken wenn es Ihrem Hund nicht gut geht. Am besten ist es, wenn Sie die Auslöser für den Stress feststellen. So können Sie mit Ihrem Vierbeiner an solchen Situationen und seinem Verhalten arbeiten. Das Ziel von dem Training sollte sein, dass der Hund eine andere Strategie für den Umgang mit Bedrohungen findet und nicht mehr zubeißt.

Aggressionen (Beißen, Knurren etc.) bei erwachsenen Hunden Videotipps:

Schnelles Handeln auch ohne Absicht des Hundes ist Pflicht: falls der Vierbeiner Sie aus Versehen beißt, sollten Sie schnell und laut ihre Schmerzen ausrufen um ihm zu zeigen, dass das kein gutes Verhalten ist. Des Weiteren können Sie Folgendes beachten und anwenden:

  • Zeigen Sie ihrem Hund, dass aggressives Verhalten keinen Erfolg hat, indem Sie einfach weggehen.

  • Machen Sie ihm klar, dass manche Situationen keine Gefahr darstellen

  • Belohnen Sie den Hund, wenn er in bestimmten Situationen ruhig bleibt, indem Sie ein paar Schritte von der Situation weggehen und ihm ein Leckerli geben.

  • Geht er das nächste Mal von selbst weg von so einer Situation, dann belohnen Sie ihn wieder! So lern er einfach wegzugehen, wenn er sich unwohl fühlt.

  • Überfordern Sie den Hund nicht mit dem Verhaltenstraining, sonst könnte sich das negativ auswirken.

  • Gewöhnen Sie ihn langsam an die neuen Methoden damit er nicht überfordert wird.

  • Wiederholtes Üben hat den besten Effekt.

So könnte man erreichen, dass der Hund in einer für ihn bedrohlichen Situation, nächstes Mal einfach weggeht – und nicht zubeißt. Dabei kann er sich den Stress ersparen und zeigt weniger aggressives Verhalten.

Insgesamt ist festzuhalten:

Ein erwachsener Hund beißt nicht ohne Grund – erkennen Sie Stresssymptome frühzeitig und machen Sie etwas dagegen. Trainieren Sie den Vierbeiner so, dass er ruhiger auf für ihn bedrohliche Situationen reagiert. Lösen Sie in ihm Vertrauen aus, indem sie eine klare Linie fahren, inkl. stabile Muster für den Tagesablauf sowie unmissverständliche Führung – Rudelführer sind und bleiben SIE!